Schimmel in Wohngebäuden
Auszug aus einem Fachbericht
von
Wolfgang Kothe
Das Problem der Schimmelpilzbildung und allgemeiner Feuchtigkeitsschäden auf der Innenseite von Außenwänden erfährt seine Hochkonjunktur seit der "Dichtigkeitseuphorie" der Gebäudehülle, d.h. mit
Einführung der doppelten Dichtungen bei Fenstern, der Wärmedämmfassaden und der Forderung nach absolut dichten Gebäuden.
Die Folgen dieser Technologien ist eine Veränderung des ursprünglichen Raumklimas, welche kompensatorische Maßnahmen voraussetzt, um ein Klima entsprechend den individuellen Wohnbedürfnissen zu
gewährleisten. Weiterhin sind erhöhte Anforderungen an die technische Ausbildung der Bauleistungen gefordert, da Mängel in der Ausführung, unmittelbare Konsequenzen auf alle beteiligten Bauteile
haben, die thermischen Beanspruchungen stellen signifikante Einflussgrößen dar, was im Fall von funktionalen Mängeln, schnell zu Schäden an der Bausubstanz führt.
Durch die erhöhte Dichtheit der Gebäudehülle, muss der Luftwechsel der entstehenden Luftfeuchte in Abhängigkeit von der Temperatur angepasst werden, d.h. man muss ausreichend lüften, also für einen
Luftwechsel sorgen.
Woher kommt die Feuchte:
Menschen geben Feuchte ab, z.B. durch atmen und schwitzen.
Durch Lebensgewohnheiten, beispielsweise kochen, duschen, Pflanzen, Zimmerbrunnen, Luftbefeuchter, etc. wird ebenfalls Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abgegeben.
Feuchtigkeit, bzw. Wasserdampf wird bis zur Sättigung von der Luft aufgenommen.
Bei einer relative Luftfeuchte von 100% kann die Luft kein Wasser mehr aufnehmen, und es fällt in tropfbarer Form aus.
Tauwasser entsteht immer, wenn Luft unter die Taupunkttemperatur abgekühlt wird.
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Der Taupunkt liegt um so niedriger, je trockener die Luft ist.
Die Taupunkttemperatur liegt beispielsweise bei + 20 °C und
50 % relativer Feuchte bei + 9,3 °Celsius.
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Die Tatsache, dass Luft bei unterschiedlichen Temperaturen unterschiedliche Wassermengen aufnehmen kann und die Berücksichtigung der baukonstruktiven und klimatischen Verhältnisse, sind die Ursache
für möglichen Tauwasserausfall.
Tauwasserausfall fällt zunächst an allen kalten Flächen an, d.h. es legt sich ein feuchter Film an diesen Flächen nieder. Ist dieses Phänomen feststellbar, so deutet dies auf Wärmebrücken bzw.
mangelhafte Wärmedämmung hin.
Im Raum fällt diese Feuchtigkeit an der kältesten Stelle aus. In der Regel sind dies die Ecken eines Raumes, da hier der Wandinnenfläche eine deutlich größeren Außenfläche gegenüber steht.
Raumklima:
Nach DIN 4108-3 wurde das „Normklima" mit + 20 °C und 50 % relativer Luftfeuchte definiert.
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Das Klima wird durch verschieden Faktoren bestimmt, u.a. durch die Verhaltensweisen der Nutzer, in unterschiedlichen Raumzonen.
Es wird auf die Nutzungsansprüche von Schlaf-, Wohnräumen, Küchen und Bäder verwiesen.
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Die Wärme- und Wasserdampfabgabe durch die Nutzer, die Raumnutzung, die Temperatur, der Feuchtegehalt der Bausubstanz, die verwendeten Baustoffe, die Einrichtungsgegenstände und der Luftwechsel,
haben entscheidenden Einfluss auf die relative Luftfeuchte und somit auf die Tatsache, ob Tauwasserausfall anfallen kann.
Schimmel:
Die Bildung von Schimmel ergibt sich aus den in der Luft vorhandenen Sporen und bedarf folgender Voraussetzungen: Nährboden, Sauerstoff, Feuchtigkeit.
Übliche Tapeten, Kleister, Dispersionsfarben, bieten einen aus-reichenden Nährgrund für das Wachstum der in der Luft befindlichen Sporen, da die genannten Materialien chemisch sauer und eiweißhaltig
sind.
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Es ist somit vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig, ob sich der Schimmelpilz bilden kann.
Ob Schimmelpilze die Gesundheit gefährden, hängt im Wesentlichen, von der Schimmelpilzkonzentration ab.
Ein zu hohes Maß an Schimmelpilzkonzentrationen, kann zu Erkrankungen der Atemwege und zu Allergien führen. Studien belegen, dass sich Schimmelpilze auf unterschiedliche Weisen auf die Gesundheit
auswirken können.
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Nicht immer sind Schimmelpize, welche bereits Einrichtungsgegenstände oder die Bausubstanz befallen haben sichtbar. Wenn sich Schimmelpize im Verborgenen entwickeln, kann es zu gesundheitlichen
Problemen kommen und die Ursache wird oft nicht bzw. recht spät erkannt.
Die Thematik von Schimmelpilzbefall in der Wohnung , muss also ernsthaft geprüft werden, es handelt sich nicht um rein optische Mängel.
Ist der Schimmelpilzbefall erkannt worden, ist die Beseitigung entsprechend den individuellen Verhältnissen zu planen und sorgsam umzusetzen.
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Eine „optische Kaschierung" in Form von Abwaschen, Antischimmelfarbe oder Tapetenwechsel, bringen meist nur kurzfristigen Erfolg und ein erneutes Schimmelwachstum ist die Folge.
So genannte „Schimmelvernichter" enthalten meistens Fungizide, welche auch für den Menschen bedenklich werden können.
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Eine effektive Beseitigung des Schimmelbefalls, hat zum Zweck, dass ein dauerhaftes Austrocknen der befallenen Stellen erreicht wird und somit dem Schimmelpilz langfristig der Nährboden entzogen
wird.
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Die Räume sollten nicht zu sehr auskühlen, dies trifft auch für den Zeitraum der Nachtabsenkung zu. Die physikalischen Eigenschaften ändern sich bei Abkühlung der Luft.
Die Gefahr von Tauwasserausfall steigt.
Eine Wand bleibt Tauwasserfrei, wenn die Oberflächentemperatur der nnenseite deutlich über dem Taupunkt liegt.
Die Erfahrung zeigt, dass bei Gebäuden, welche den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes entsprechen und relative Raumfeuchten von ca. 50 % aufweisen, kein Tauwasser ausfällt.
Sofern Tauwasser ausfällt, bei Gebäuden, welchen den Mindest-wärmeschutzanforderungen entsprechen, ist dies meist im Bereich von Wärmebrücken feststellbar.
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Der Mensch benötigt Sauerstoff, dieser ist in der Luft enthalten. Um ein „behagliches Klima" zu schaffen, sollte ausreichend Frischluft, durch lüften, zugeführt werden.
Eine effektive Lüftung stellt sich bei Querlüftung- Durchzug ein, d.h. kurzfristiges Stoßlüften.
Hierbei kommt es zu einem ausreichenden Luftwechsel und der Temperatur-verlust wird temporär begrenzt. Dies bezieht sich auch auf die Wintermonate, hier ist lüften wichtig, es wird feuchte Luft
abgeführt.
Der Lüftungsbedarf ist u.a. von der Anzahl der Personen, der Raumtemperatur, dem Feuchtegehalt, der Raumnutzung und den Lebensgewohnheiten abhängig.
Das persönliche Empfinden der Nutzer und deren Lebensgewohnheiten stellen einen weiteren Einfluss dar, welcher als individueller Wohlfühlfaktor bezeichnet werden kann.
Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit, welche ständig größer als 65 % ist, ergeben sich für die Schimmelbildung ideale Wachstumsmöglichkeiten, insbesondere, wenn ein ausreichender Nährboden
existiert.
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Hinweis: der o.g Text stellt einen Auszug dar, um Fehlinterpretationen zu vermeiden, sollte der gesamte Bericht gelesen werden.
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www.wolfgang-kothe.de
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